Öffentlicher Vortrag mit Christian Sedlmair
Beim Vortrag mit dem Titel «5G – zwischen Innovation und Achtsamkeit» kamen nicht
nur interessierte Vereinsmitglieder, sondern auch externe Besucher zusammen, um
mehr über die neueste Mobilfunktechnologie zu erfahren. Christian Sedlmair,
selbstständiger Softwareentwickler für Unternehmen, der sich seit Jahren mit dem Thema Mobilfunk beschäftigt, fesselte die Zuhörer mit seinen Ausführungen. In seinem Vortrag erklärte Sedlmair zunächst die Technik des Mobilfunks:
Elektromagnetische Wellen breiten sich in der Luft aus und können Daten übertragen. Vergleichbar mit Schall oder einer Welle im Wasser haben lange Wellen (3G: 0,8 GHZ) eine größere Reichweite, während kurze Wellen (5G Einführung: 3,4 GHZ später mehr) zwar viel mehr Daten transportieren können, dafür aber eine geringere Reichweite haben. Entweder muss also die Antenne viel stärker strahlen oder es werden viel mehr Masten benötigt. Die Mobilfunkbetreiber haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass es nicht möglich ist, die Antennen im Bereich der Grenzwerte zu betreiben. Daher wurde ein Korrekturfaktor eingeführt, der es der Antenne erlauben soll, die Grenzwerte um den Faktor 5 bis 10 zu überschreiten. 5 Jahre nach Einführung von 5G (2019) ist die Rechtmäßigkeit dieses Korrekturfaktors durch das Bundesgericht immer noch nicht abschließend geklärt.
Herr Sedlmair stellte die Studienlage dar: Sowohl aus den zusammenfassenden Berichten der Schweizer BERENIS als auch aus internationalen Berichten geht hervor, dass Mobilfunk auch im Bereich der Schweizer Grenzwerte oxidativen Zellstress verursachen kann, der wiederum als Ursache für Krebs oder
Erbkrankheiten angesehen wird. Zweifel an der Unbedenklichkeit des Mobilfunk mehren sich.
In der Schweiz gibt es heute rund 20’000 Mobilfunkantennen. Geplant war, jedes Jahr 1.000 neue zu errichten. Doch aufgrund des schweizweiten Widerstandes sowie der Kehrtwende des Bundes 2013 (Glasfaser wird vor Mobilfunk gefördert) ist der Ausbau ins Stocken geraten. Die Mobilfunkbetreiber kämpfen derzeit um den Erhalt der bestehenden Anzahl. Einsprachen können noch viel bewirken und hier bietet der
Verein LUWE (Luzern für weniger Elektrosmog) Unterstützung an. Christian Sedlmair betont, dass es ihm immer wichtig ist, auch bei kritischen Themen einen respektvollen Umgangston zu wahren.
Herr Sedlmair zeigte auch auf, wie durch eine sinnvolle Reduktion des Mobilfunks auf das Notwendige viel Strom und Masten eingespart werden können: 75% des mobilen Datenverkehrs sind Videos und Spiele, 80% der Datennutzung findet zu Hause statt. Häuser aber können viel effizienter mit Glasfaser versorgt werden. Um sich vor Elektrosmog zu schützen, empfiehlt Sedlmair einige Vorsichtsmaßnahmen wie das Umschalten auf den Flugmodus, wenn die Erreichbarkeit nicht unbedingt erforderlich ist, das Deaktivieren von mobilen Daten und WLAN bei Nichtgebrauch sowie das Ausschalten oder Umschalten auf den Flugmodus in der Nacht.
Nach einem informativen Einschub von Marcel Buchle über den Schutz vor Mobilfunkstrahlung folgte eine praktische Demonstration, die die Fähigkeiten des menschlichen Körpers, austestbar z.B. über einen Armlängentest, betonte. Zudem machte er einen kurzen Abstecher in die Welt der Heilfrequenzen, welche auf mannigfaltige Weise einsetzbar sind. Anschliessend gab es einen regen Austausch zwischen den Teilnehmern, der das Verständnis für das Thema vertiefte und die Bedeutung eines
verantwortungsbewussten Umgangs mit neuer Technologie betonte.